Das Hinweisgeberschu...

Das Hinweisgeberschutzgesetz in Gesundheitseinrichtungen

Im Bereich des Gesundheitswesens steht das Wohlbefinden und die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt. Doch was geschieht, wenn es zu Missständen oder Fehlverhalten kommt? In diesen Fällen kommt das Hinweisgeberschutzgesetz ins Spiel. Dieses hat sich seit seiner Einführung als wichtiges Instrument erwiesen, um Hinweisgeber zu schützen und das Gesundheitssystem transparenter und sicherer zu machen.

Rechtliche Grundlage

Das Gesundheitswesen ist ein komplexes Umfeld mit vielen Akteuren und zahlreichen Prozessen. Leider kann es in dieser komplexen Struktur auch zu Missständen kommen, die von Korruption und Betrug bis hin zu Verstößen gegen die Patientensicherheit und den Datenschutz reichen. Solche Missbräuche gefährden nicht nur das Leben der Patienten, sondern erschüttern auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Gesundheitssystem. Um präventiv dagegen vorzugehen, wurde das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) eingeführt. Die Umsetzung des Gesetzes ist erst ab 50 Mitarbeiter:innen verpflichtend. Die Idee dahinter, Missstände frühzeitig aufzudecken, kann aber natürlich auch von kleineren Praxen / MVZ genutzt werden.

10 praktische Tipps zur Umsetzung

Für die Umsetzung des Gesetzes ist in Einrichtungen im Gesundheitswesen vor allem eine klare Strategie und die Bereitschaft aller Beteiligten eine wichtige Voraussetzung. Wir haben zehn praktische Tipps, wie Sie das Gesetz erfolgreich umsetzen können:

Bewusstsein schaffen...

Bewusstsein schaffen

Lassen Sie das gesamte Team teilhaben. Erläutern Sie die Bedeutung der Meldungen von Missständen, das Ziel des Hinweisgeberschutzgesetzes und die Vorteile, die das Gesetz für Hinweisgeber bietet. Auch für Arbeitgeber ist es eine Chance Missstände, aufzudecken und daran zu wachsen. Aus Sicht der QM-Beratung lässt sich das Instrument wunderbar in den Instrumentenkasten ergänzen.

Interne Meldekanäle einrichten

Ermöglichen Sie ihren Mitarbeitern über interne Meldekanäle Missstände vertraulich und anonym melden zu können. Achten Sie darauf, dass die Kanäle leicht zugänglich sind und informieren Sie potenzielle Hinweisgeber ausreichend, wie Sie diese nutzen können. In unserer QM-Software PAUL werden ebenfalls interne Meldekanäle bereitgestellt, sodass für die Kunden von Paul eine einfache Umsetzung realisiert werden kann.

Vertraulichkeit sicherstellen

Betonen Sie die Vertraulichkeit und Anonymität der Berichterstattung. Stellen Sie sicher, dass nur bestimmte Personen Zugang zu den Meldeinformationen haben und schützen Sie die Identität der Hinweisgeber. 

Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen

Legen Sie klare Richtlinien und Prozesse fest, um die Hinweisgeber vor Vergeltungsmaßnahmen ihres Arbeitgebers oder Vorgesetzten zu schützen. Stellen Sie sicher, dass Angestellte die Missstände melden, nicht benachteiligt oder diskriminiert werden. 

Externe Meldestellen

Wenn interne Kanäle nicht ausreichen und dem gemeldeten Verstoß nicht abgeholfen wurden, bleibt die Möglichkeit sich an eine externe Meldestelle zu wenden. In Fällen, in denen intern wirksam gegen den Verstoß vorgegangen werden kann und die hinweisgebende Person keine Repressalien fürchtet, sollte sie jedoch eine Meldung an eine interne Meldestelle bevorzugen. 

Wenn einem intern gemeldeten Verstoß nicht abgeholfen wurde, bleibt es der hinweisgebenden Person unbenommen, sich an eine externe Meldestelle zu wenden. Externe Meldestellen sind zum Beispiel beim Bundesamt der Justiz, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht oder beim Bundeskartellamt zu finden. 

Schulung und Sensibilisierung

Es ist wichtig, dass Mitarbeiter regelmäßig über das Gesetz und die Bedeutung von Whistleblowing und der Berichterstattung geschult werden. Machen Sie auf mögliche Fehlverhalten aufmerksam und zeigen Sie auf, wie diese erkannt werden können. Es ist allen geholfen, wenn Mitarbeitende aufmerksam sind, Missstände intern melden und diese innerhalb der Organisation abgestellt werden können. Die vollständige Schulung beinhaltet jedoch auch die Aufklärung zu externen Meldestellen. 

Fokus auf Prävention

Halten Sie sich und Ihren Mitarbeitern vor Augen, dass das Gesetz nicht nur zur Aufdeckung von Fehlverhalten dient, sondern auch zur Prävention. Die Transparenz soll das Bewusstsein für korrektes Verhalten in Arztpraxen, MVZ, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens stärken. 

Regelmäßige Überprüfung und Verbesserung

Kontrollieren Sie die umgesetzten Maßnahmen zum Hinweisgeberschutzgesetz regelmäßig auf ihre Wirksamkeit. Die ständige Anpassung an neue Entwicklungen, Herausforderungen und Feedback ermöglicht es, einen robusten Schutz für Whistleblower zu gewährleisten und eine nachhaltige Integrität in der Unternehmenskultur zu fördern.

Anpassung der etablierten Maßnahmen

Nehmen Sie gegebenenfalls Anpassungen der Maßnahmen vor, um die Wirksamkeit zu erhöhen und das Gesetz ordnungsgemäß umzusetzen.

Dokumentation

Eine schriftliche Dokumentation kann Ihnen im Fall der Fälle helfen dabei nachzuweisen, dass das Gesetz eingehalten wurde. Halten Sie alle Maßnahmen schriftlich fest. 

FazitFür größere ...

Fazit

Für größere Arztpraxen, Pflegeheim und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen ist das Hinweisgeberschutzgesetz ein Fortschritt. Das Gesetz dient dem Schutz von wichtigen Hinweisgebern, die einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Transparenz und Sicherheit leisten. Fehlverhalten wird somit nicht toleriert und diejenigen, die bei der Aufdeckung helfen, werden unterstützt und beschützt. Nur durch Engagement und Zusammenarbeit innerhalb der Praxis ist eine optimale Umsetzung möglich. Damit kann die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung verbessert werden und zeitgleich das Vertrauen in die Praxis und das Gesundheitssystem gestärkt.