Kos­ten­über­nah­me für Qualitäts­management, Hygiene­beratung und Daten­schutz

Wieso werden die Kosten für Qualitäts­management, Hygiene­beratung, Arbeits­schutz und Co nicht von den Kos­ten­trä­gern über­nom­men?

Diese Fragen stel­len uns regel­mä­ßig Inter­es­sen­ten und Kunden. Die aktu­el­le Pres­se­mel­dung dazu finden Sie hier:

Kreis Vier­sen — Mit immer neuen Auf­la­gen hat der Gesetz­ge­ber die Aus­ga­ben für das Qualitäts­management (QM), die Hygie­ne und den Arbeits- und Daten­schutz in den ver­gan­ge­nen Jahren in die Höhe getrie­ben. Die Rech­nung hier­für beglei­chen die nie­der­ge­las­sen täti­gen Ärzte bis­lang aus dem eige­nen Hono­rar. Doch das geht auf Dauer zulas­ten der Pati­en­ten­ver­sor­gung. Auf­wen­dun­gen für QM und Co. müssen künf­tig trans­pa­rent bewer­tet werden und mit ent­spre­chen­den Ver­gü­tungs­po­si­tio­nen Ein­gang finden in die Hono­rie­rung gemäß Ein­heit­li­chem Bewer­tungs­maß­stab (EBM) und in der Gebüh­ren­ord­nung für Ärzte (GOÄ).

Die ste­ti­ge Ver­schär­fung der gesetz­li­chen Rege­lun­gen im Qualitäts­management, bei der Hygie­ne und im Arbeits- und Daten­schutz erfor­dern von den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten immer mehr Orga­ni­sa­ti­ons­auf­wand, höhere Inves­ti­tio­nen und sie führen zu hohen lau­fen­den Kosten. „Die gesetz­li­chen Auf­ga­ben sind ohne eine ent­spre­chen­de Erstat­tung des Auf­wands orga­ni­sa­to­risch und wirt­schaft­lich nicht erfüll­bar, ohne die Ver­sor­gung der Pati­en­ten zu belas­ten“ sagt der der Wil­li­cher Radio­lo­ge Dr. Dr. Lars Ben­ja­min Fritz. Gemein­sam mit dem Kempe­ner Haus­arzt Dr. Arndt Berson hat er 2010 unter der Dach­mar­ke „Rhein­land­ärz­te“ eine Koope­ra­ti­on von Ärzten unter­schied­li­cher Fach­ge­bie­te im Rhein­land ins Leben geru­fen. In einem Brief haben sich Berson und Fritz an die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung und die Bun­des­ärz­te­kam­mer gewandt und ihre For­de­run­gen geäu­ßert.

Eine trans­pa­ren­te Bewer­tung und Ver­gü­tung im ambu­lan­ten Bereich: Fehl­an­zei­ge

Seit Novem­ber 2016 gelten ein­heit­li­che Anfor­de­run­gen an das Qualitäts­management (QM) in der ambu­lan­ten Behand­lung wie in Kran­ken­häu­sern. Grund­la­ge hier­für ist die Qualitäts­management-Richt­li­nie (QM-RL) des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses. Gemäß dieser Richt­li­nie haben nie­der­ge­las­se­ne Ärzte in ihren Praxen die glei­chen hohen Anfor­de­run­gen zu erfül­len wie Kran­ken­häu­ser. Als Folge sind Nie­der­ge­las­se­ne in der ambu­lan­ten Ver­sor­gung ver­pflich­tet, ein Qualitäts­management ein­zu­rich­ten. Eine Über­nah­me dieser Kosten durch die Kran­ken­kas­sen ist indes nicht gere­gelt. Es fehlt eine trans­pa­ren­te Bewer­tung und Ver­gü­tung in EBM und GOÄ.

Für Pfle­ge­hei­me, Kran­ken­häu­ser und andere Leis­tungs­er­brin­ger stellt sich die Situa­ti­on anders dar. Im Gegen­satz zu den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten steht zum Bei­spiel bei Pfle­ge­hei­men die Ver­hand­lung von Stel­len im Qualitäts­management sowie die Über­nah­me der damit ent­ste­hen­den Kosten auf der Tages­ord­nung jeder Pfle­ge­satz­ver­hand­lung mit den Kran­ken­kas­sen. Fritz: „Diese Ungleich­be­hand­lung ist nicht zu begrün­den und muss sehr bald ein Ende finden.“

Pro­fes­sio­nel­les QM ist sinn­voll und wich­tig

Fritz und Berson halten ein pro­fes­sio­nel­les Qualitäts­management für sinn­voll und wich­tig. Für ihre Praxen haben Fritz und Berson den Kölner Dienst­leis­ter InnovaPrax mit den Auf­ga­ben im inter­nen Qualitäts­management beauf­tragt. Berson: „Im Rahmen eines klas­si­schen Out­sour­cings über­nimmt dieser alle not­wen­di­gen Auf­ga­ben in Qualitäts­management, Hygiene­beratung, Arbeits- und Daten­schutz. Ein Effekt ist, dass die tat­säch­lich ent­ste­hen­den Auf­wen­dun­gen, die der Gesetz­ge­ber uns auf­er­legt hat, trans­pa­rent werden.“

Ins­be­son­de­re in klei­nen Arzt­pra­xen, aber durch­aus auch in grö­ße­ren, finde man nur selten ein ordent­lich funk­tio­nie­ren­des und pati­en­ten­ori­en­tier­tes QM, sagt Chris­ti­an Jager, Grün­der und Geschäfts­füh­rer von InnovaPrax. „Es finden sich oft aus Mangel an Res­sour­cen unzu­rei­chen­de inter­ne Lösun­gen, die rein aus der Not heraus gebo­ren wurden. Gerade für die klei­nen Praxen, die heute noch einen Groß­teil aller ambu­lan­ten Ein­rich­tun­gen aus­ma­chen, ist es nicht ein­fach Klar­heit über die Aus­ga­ben zu erlan­gen, die ihnen mit QM und den Vor­schrif­ten in den Berei­chen Hygie­ne und Arbeits- und Daten­schutz ent­ste­hen.“ Auch das zi-Pra­xis­pa­nel könne die tat­säch­li­chen Aus­ga­ben nicht adäquat abbil­den. Fritz for­dert daher: „Eine Ori­en­tie­rung an den Erstat­tun­gen im sta­tio­nä­ren Sektor wäre zumin­dest ein Anfang.“

Auf­nah­me einer trans­pa­ren­ten Bewer­tung und Ver­gü­tung dieser Leis­tun­gen in EBM und neue GOÄ

Der EBM wird regel­mä­ßig ange­passt. Die neue GOÄ soll 2020 in Kraft treten. Im EBM und in den bis­he­ri­gen Ent­wür­fen zur neuen GOÄ fehlen bis heute aller­dings wich­ti­ge und not­wen­di­ge Rege­lun­gen zu den Leis­tun­gen QM, Hygie­ne, Arbeits- und Daten­schutz. Damit fehlt auch eine Ver­hand­lungs­grund­la­ge zur Über­nah­me dieser Kosten durch Kran­ken­kas­sen und pri­va­te Ver­si­che­run­gen. Statt­des­sen werden die Auf­wen­dun­gen zum Bei­spiel im EBM undurch­sich­tig und unvoll­stän­dig als Teil der Gesamt­ver­gü­tung „ein­ge­preist“. Die bis­he­ri­ge GOÄ stammt aus dem Jahr 1982, ent­hält zu diesen Leis­tun­gen so gut wie keine Rege­lun­gen und ist ins­ge­samt revi­si­ons­be­dürf­tig.

 

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