Hygie­ne­be­ge­hun­gen in Arzt­pra­xen und Zahn­arzt­pra­xen

Wir haben unsere Erfah­run­gen sowie die häu­figs­ten Fragen rundum die Hygie­ne­be­ge­hun­gen für Sie zusam­men­ge­tra­gen. Dabei ist eine der meist gestell­ten Fragen, wie oft eine Hygie­ne­be­ge­hung in der Arzt­pra­xis not­wen­dig ist?

 

Es wird emp­foh­len min­des­tens jähr­lich alle vor­han­de­nen Pro­zes­se und die zuge­hö­ri­gen Doku­men­te auf Aktua­li­tät zu über­prü­fen und wenn nötig anzu­pas­sen, wobei Pro­zes­se mit einem grö­ße­ren Gefah­ren­po­ten­zi­al, wie bei­spiels­wei­se die Auf­be­rei­tung von Instru­men­ten, häu­fi­ger eva­lu­iert werden soll­ten. Diese Eva­lu­ie­rung ein­zel­ner Pro­zes­se oder hygie­nisch rele­van­ter Themen kann auch im Rahmen einer Team­be­spre­chung durch­ge­führt werden.

Eine exter­ne Hygie­ne­be­ge­hung, z.B. durch das Gesund­heits­amt, wird in den meis­ten Fällen stich­pro­ben­ar­tig durch­ge­führt um die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Vor­ga­ben nach Infek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) und der Ver­ord­nung zur Hygie­ne und Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on (Med­HygV) zu über­prü­fen. Die Häu­fig­keit sol­cher Bege­hun­gen ist von den in der Praxis vor­han­de­nen Infek­ti­ons­ri­si­ken abhän­gig. So haben ambu­lant ope­rie­ren­de Praxen ein höhe­res Infek­ti­ons­ri­si­ko als all­ge­mein­me­di­zi­ni­sche Praxen, was eine Bege­hung durch das Gesund­heits­amt oder die Bezirks­re­gie­rung wahr­schein­li­cher macht. Aller­dings werden diese „Rou­ti­ne­be­ge­hun­gen“ ange­kün­digt, so dass aus­rei­chend Zeit besteht, sich auf diesen Termin vor­zu­be­rei­ten. Eine unan­ge­kün­dig­te Hygie­ne­be­ge­hung findet nur statt, wenn die Ver­mu­tung gra­vie­ren­der Hygie­ne­män­gel, bei­spiels­wei­se auf­grund einer Pati­en­ten­be­schwer­de, besteht.

Wer sollte an einer Hygie­ne­be­ge­hung teil­neh­men?

Die Bege­hung durch eine Behör­de sollte sowohl der Pra­xis­in­ha­ber / die Pra­xis­in­ha­be­rin, als auch die hygie­ne­be­auf­trag­te Person beglei­ten. So können even­tu­el­le Fragen zu Pro­zes­sen direkt geklärt oder der Pro­zess an sich erläu­tert werden.

Die inter­ne Bege­hung sollte in jedem Fall durch die hygie­ne­be­auf­trag­te der Arzt­pra­xis durch­ge­führt werden. Inwie­weit die Ein­be­zie­hung wei­te­rer Per­so­nen sinn­voll ist, sollte abhän­gig von den jewei­li­gen Auf­ga­ben­be­rei­chen oder zu beur­tei­len­den Pro­zes­sen ent­schie­den werden. In jedem Fall sollte alle not­wen­di­gen Anpas­sun­gen sowie die dafür zustän­di­gen Per­so­nen in einem Pro­to­koll doku­men­tiert werden.

Wie berei­te ich eine Hygie­ne­be­ge­hung vor?

Vor einer Bege­hung soll­ten alle inter­nen, hygie­nere­le­van­ten Pro­zes­se auf Aktua­li­tät über­prüft und wenn nötig ange­passt werden. Dazu zählen eben­falls die zuge­hö­ri­gen Pro­zess­be­schrei­bun­gen oder der Hygie­ne­plan und dessen Umset­zung.

Um dabei nicht den Über­blick zu ver­lie­ren oder wich­ti­ge Punkte zu ver­ges­sen, ist es sinn­voll sich eine Check­lis­te zur Hilfe zu nehmen. Eine Vor­la­ge einer sol­chen Check­lis­te finden Sie im Down­load­be­reich unse­rer Web­sei­te.

Was wird bei einer Hygie­ne­be­ge­hung über­prüft?

Eine Hygie­ne­be­ge­hung wird durch­ge­führt, um den IST-Zustand mit dem SOLL-Zustand in einer Praxis abzu­glei­chen. Kurz: ob Sie sich an alle gesetz­li­chen Vor­ga­ben halten! Gleich­zei­tig sollen even­tu­ell man­gel­haf­te Pro­zes­se oder Wis­sens­lü­cken des Per­so­nals iden­ti­fi­ziert werden.

Mit der Ankün­di­gung einer sol­chen Bege­hung werden in den meis­ten Fällen auch eine Selbst­aus­kunft und wich­ti­ge Doku­men­te, wie der Hygie­ne­plan, ange­for­dert und vorab bereits über­prüft. Manch­mal wird die behörd­li­che Hygie­ne­be­ge­hung nach der Über­sen­dung der Doku­men­te sogar abge­sagt.

Wich­tig dabei ist das Bewusst­sein, dass es nicht um Sank­tio­nen geht, son­dern die Sicher­stel­lung der vor­ge­schrie­be­nen Hygie­ne­stan­dards und die Klä­rung eines mög­li­chen Schu­lungs­be­darfs des Per­so­nals.

Wie wird eine Hygie­ne­be­ge­hung durch­ge­führt?

Vor der Hygie­ne­be­ge­hung soll­ten Sie fest­le­gen, wer an der Bege­hung teil­nimmt. Wie bereits beschrie­ben, ist es bei einer Bege­hung durch eine Behör­de sinn­voll, wenn sowohl der Pra­xis­in­ha­ber / die Pra­xis­in­ha­be­rin und die hygie­ne­be­auf­trag­te Person anwe­send sind.

Meis­tens findet vor dem eigent­li­chen „Rund­gang“ ein kurzes Vor­ge­spräch statt, in dem oft auch die vor­han­de­nen Doku­men­te sowie die not­wen­di­gen Schu­lungs- und Fort­bil­dungs­nach­wei­se der Mit­ar­bei­ter über­prüft werden. Daher soll­ten Sie ihren Hygie­ne-Ordner und alle erfor­der­li­chen Unter­la­gen bereit­hal­ten.

Wäh­rend der Bege­hung wird durch den Behör­den­mit­ar­bei­ter oder die Behör­den­mit­ar­bei­te­rin der IST-Zustand der Praxis über­prüft. Dies umfasst die Kon­trol­le aller Räum­lich­kei­ten, aber auch die Dar­stel­lung vor­han­de­ner Pro­zes­se und Abläu­fe, um even­tu­el­le Wis­sens­lü­cken zu iden­ti­fi­zie­ren. Abläu­fe, die hier beson­ders im Fokus stehen sind bei­spiels­wei­se die Hände- und Flä­chen­hy­gie­ne und die Auf­be­rei­tung von Medi­zin­pro­duk­ten. Ein aus­führ­li­cher und auf die Praxis zuge­schnit­te­ner Hygie­ne­plan ist dabei schon die halbe Miete

Im Anschluss an die Bege­hung erhal­ten Sie ein Pro­to­koll mit allen fest­ge­stell­ten Män­geln sowie ent­spre­chen­den Hand­lungs­emp­feh­lun­gen und Fris­ten, bis wann Sie die Mängel nach­weis­lich beho­ben haben müssen.

Was sind häufig fest­ge­stell­te Mängel, die bei Hygie­ne­be­ge­hun­gen in Arzt­pra­xen auf­fal­len?

Es gibt eine Viel­zahl von Män­geln, die immer wieder von Gesund­heits­äm­tern kri­ti­siert werden. Damit dies bei Ihnen nicht vor­kommt, führen wir hier bei­spiel­haft ein paar dieser Mängel auf.

Mängel bei der Hän­de­hy­gie­ne

  • Tragen von Schmuck an Händen und / oder Unter­ar­men sowie lackier­te oder künst­li­che Fin­ger­nä­gel
  • Die Ein­wirk­zeit von Händ­e­des­in­fek­ti­ons­mit­teln ist nicht bekannt oder wird nicht beach­tet
  • Keine Händ­e­des­in­fek­ti­on nach dem Able­gen von Schutz­hand­schu­hen
  • Händ­e­des­in­fek­ti­ons­mit­tel werden aus Kanis­tern umge­füllt und nicht in Ein­mal­ge­bin­den vor­ge­hal­ten

Mängel bei der Flä­chen­des­in­fek­ti­on

  • Des­in­fek­ti­ons­lö­sung wird falsch ange­setzt, da keine Dosier­ta­bel­le vor­han­den ist oder keine Dosier­hil­fe ver­wen­det wird
  • Geräte wie Blut­druck­man­schet­ten oder Ste­tho­sko­pe werden nicht nach jedem Gebrauch des­in­fi­zie­rend auf­be­rei­tet
  • Es gibt keine Vor­ga­ben zur Flä­chen­des­in­fek­ti­on im Hygie­ne­plan

Mängel bei der Auf­be­rei­tung

  • Feh­ler­haf­tes Anset­zen der Rei­ni­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­lö­sung oder unge­nü­gen­der Wech­sel der Lösung
  • Ver­wen­de­te Rei­ni­gungs­uten­si­li­en werden nicht arbeits­täg­lich des­in­fi­zie­rend auf­be­rei­tet
  • Keine Tren­nung von reinen und unrei­nen Arbeits­be­rei­chen
  • Feh­len­der Sach­kun­de­nach­weis bei inter­ner Auf­be­rei­tung von Instru­men­ten sowie nicht vor­han­de­ne Risi­ko­ein­stu­fung der Instru­men­te

Mängel beim Umgang mit Medi­ka­men­ten

  • Anbruch- und Ver­falls­da­tum werden nicht doku­men­tiert
  • Mehr­fa­ch­ent­nah­me aus Lösun­gen ohne Kon­ser­vie­rungs­stof­fe wie bei­spiels­wei­se NaCl
  • Lage­rung von Lebens­mit­teln und Medi­ka­men­ten im selben Kühl­schrank

Diver­se andere Mängel

  • Keine getrenn­te Auf­be­wah­rung von Dienst­klei­dung und pri­va­ter Klei­dung
  • Feh­len­de betriebs­ärzt­li­che Betreu­ung
  • Man­gel­haf­ter Impf­schutz von Mit­ar­bei­tern
  • Ver­kal­kun­gen an Was­ser­häh­nen

Beden­ken Sie: sowohl die beschrie­be­nen als auch andere Mängel lassen sich in der Regel durch gute Pro­zess­dar­stel­lun­gen und inner­be­trieb­li­che Ver­fah­rens­an­wei­sun­gen sowie die regel­mä­ßi­ge Schu­lung aller Mit­ar­bei­ter ver­mei­den.

Tipps für eine erfolg­rei­che Hygie­ne­be­ge­hung

  • Sorgen Sie dafür, dass die Praxis einen auf­ge­räum­ten und sau­be­ren Gesamt­ein­druck ver­mit­telt und mög­lichst wenig her­um­steht.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Hygie­ne­plan alle hygie­nere­le­van­ten Pro­zes­se in Ihrer Praxis beschreibt. Ein unbe­ar­bei­te­ter Mus­ter­hy­gie­ne­plan reicht nicht aus.
  • Sehen Sie die Hygie­ne­be­ge­hung als Chance Ihre inner­be­trieb­li­chen Pro­zes­se zu opti­mie­ren. Sie erhal­ten in den meis­ten Fällen viele hilf­rei­che Hin­wei­se und Tipps wie Sie noch besser werden können.
  • Führen Sie regel­mä­ßi­ge inter­ne Hygie­ne­au­dits ein, um Ihre Pro­zes­se und Ver­fah­rens­an­wei­sun­gen stetig zu eva­lu­ie­ren und opti­mie­ren. Das spart Ihnen viel Arbeit und unnö­ti­gen Stress sollte das Gesund­heits­amt „an die Tür klop­fen“.

Hygiene­beratung und Hygie­ne­be­ge­hun­gen durch die Bera­ter der InnovaPrax

Was, wenn Sie wäh­rend Ihrer täg­li­chen Arbeit jedoch kaum Zeit haben, sich um Pro­zess­op­ti­mie­run­gen und die Aktua­li­sie­rung von Doku­men­ten zu küm­mern?

Dafür sind wir da! Als exter­ne Hygie­ne­be­auf­trag­te küm­mern wir uns um alle not­wen­di­gen Belan­ge rund um Ihr Hygie­nema­nage­ment.

Bei der Viel­zahl an Geset­zen, Richt­li­ni­en und Emp­feh­lun­gen, die Sie im Rahmen des Hygie­neman­ge­ments beach­ten müssen, kann es mit­un­ter schwie­rig sein den Über­blick zu behal­ten. Genau das über­neh­men wir für Sie. Wir fil­tern die für Sie not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen und Vor­ga­ben heraus und erar­bei­ten Ihnen auf deren Grund­la­ge und den Infor­ma­tio­nen, die wir bei einer Hygie­ne­be­ge­hung gesam­melt haben, unter ande­rem einen indi­vi­du­ell auf Ihre Praxis ange­pass­ten, geset­zes­kon­for­men Hygie­ne­plan. Dies bietet Ihnen einer­seits mehr Rechts­si­cher­heit und ande­rer­seits durch die Fest­le­gung kon­kre­ter Ver­fah­rens­an­wei­sun­gen eine Stei­ge­rung der Pati­en­ten- und Mit­ar­bei­ter­si­cher­heit. Durch die enge und kon­ti­nu­ier­li­che Zusam­men­ar­beit wird die Com­pli­an­ce aller betei­lig­ten geför­dert und die Not­wen­dig­keit von Hygie­ne­maß­nah­men ver­deut­licht. Auf diese Weise bekom­men Sie die Mög­lich­keit, Ihre vor­han­de­nen Res­sour­cen wieder für das wesent­li­che ein­zu­set­zen – Ihre Pati­en­ten!

Aber wer kann die Bera­tung über­haupt in Anspruch nehmen? Ganz ein­fach: so gut wie jeder der im Gesund­heits­we­sen tätig ist! Egal ob Arzt­pra­xen der ver­schie­dens­ten Fach­rich­tun­gen, Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren, ambu­lan­te OP-Zen­tren oder Ein­rich­tun­gen der Alten­hil­fe. Unser Team aus Fach­be­ra­tern kommt aus den ver­schie­dens­ten Berei­chen der Gesund­heits­ver­sor­gung, steht Ihnen kom­pe­tent zu Seite und über­nimmt zudem alle not­wen­di­gen Schu­lun­gen im Rahmen des Hygie­nema­nage­ments.

Wollen Sie mehr wissen? Dann schrei­ben Sie uns und ver­ein­ba­ren ein kos­ten­lo­ses Erst­ge­spräch.